Tobi Reiser D.Ä.

Inspiration für die Ewigkeit

30 Jahre Adventsingen: Tobi Reiser D.Ä.

Gesamtleiter von 1946 bis 1973

Tobias Reiser d. Ä. wird 1907 als Wirtssohn vom Gasthaus zum Schwarzen Adler in St. Johann/Pg. geboren. Sein sehnlichster Wunsch, Musiker zu werden, wird vom Vater nicht akzeptiert. Er muss eine Metzgerlehre antreten und bringt es im Beruf bis zum selbständigen Meister. Vom NS-Regime wird ihm als langjähriges Parteimitglied eine Stelle als hauptamtlicher Volksliedpfleger im Gau Salzburg zuteil. In dieser Funktion engagiert sich Reiser system-und herrschaftsstabilisierend, wenngleich er seine Hauptaufgabe in der Volkstumspflege wahrnimmt.

1946 wird er zum Leiter des Salzburger Heimatwerks bestellt und lädt im selben Jahr Freunde zum ersten Salzburger Adventsingen. Aus seiner Feder stammen unzählige, unverkennbare Volksmusikstücke und Bearbeitungen von W.A. Mozart. Zum bekanntesten und meistgespielten Stück avanciert sein Maxglaner Faschings-Zigeuner-Marsch. Auch einige seiner Lieder wie „Jetzt fangen wir zum Singen an“ oder „Spinn, spinn, Spinnerin“ sind heute weit verbreitet.

Der einzigartige Reiser-Sound

Einem Glücks- oder eher Zufall ist 1953 die Geburtsstunde des unvergleichlichen Reiser-Sounds durch die instrumentale Besetzung mit Zither, Hackbrett, Harfe, Gitarre und Bassgeige zu verdanken. Dieses unverkennbare Klangbild und seine Volksmusikstücke sind beim Salzburger Adventsingen, auch in erweiterter Form mit zwei Geigen, Flöte und dem barocken Orgelportativ nach wie vor prägendes Element.

Unter seiner Leitung entwickelt sich das Salzburger Adventsingen von einer kleinen Gedenkveranstaltung zu einer kulturellen Großveranstaltung im Großen Festspielhaus. Zwei Monate vor seinem 30. Adventsingen wird Tobi Reiser d.Ä. vom Tod überrascht. Sein musikalisches Erbe lebt im Salzburger Adventsingen weiter. Es wird noch Generationen von Musikanten und Zuhörern begeistern.