Geschichte des Salzburger Adventsingens

Seit 1946 in Salzburg

Geschichte des Salzburger Adventsingens

Die dritte Ära

Nach dem plötzlichen Tod von Tobias Reiser d. J. im Jahre 1999 beginnt die dritte Ära. Hans Köhl und Stefan Sperr übernehmen als Vorstände des Veranstalters Salzburger Heimatwerk und als langjährige Weggefährten die Gesamtleitung. Sie führen dieses einzigartige Erbe „Salzburger Adventsingen“ gemeinsam mit kompetenten Künstlern und der großen Schar von über 200 Mitwirkenden erfolgreich weiter.

Das Erfolgsgeheimnis

Was ist das Geheimnis, das alljährlich so viele Tausende Menschen zum Salzburger Adventsingen pilgern lässt? Es sind die in ihrer Schlichtheit und Ehrlichkeit immer wieder beeindruckenden musikalischen, vokalen und szenischen Bilder der adventlichen Botschaft, die von der weltberühmten Bühne des Großen Festspielhauses auf das Publikum wirken. Nachhaltiger und schöner wirken jedoch die unsichtbaren Bilder, die von dieser Bühne ausstrahlen. Es sind Bilder, welche die Seele, das Gemüt der Menschen ansprechen. Unbewusste Erinnerungen von einer Liebe und Geborgenheit im Mutterleib und von einer meist unbeschwerten Kindheit werden wach und lassen die Besucher mit den Mitwirkenden zu einer großen Familie werden. Spätestens beim gemeinsamen Andachtsjodler wird diese einzigartige Atmosphäre im Salzburger Advent für alle spürbar.

Internationaler Erfolg

Wer hätte 1946 wohl gedacht, dass dieses Salzburger Adventsingen zum großen Vorbild für die mittlerweile unzähligen Adventsingen im ganzen Alpenraum werden würde, ja dass es sich darüber hinaus als Salzburg Advent Festival international etablieren würde? Es wird vielfach kopiert, bleibt in seiner unnachahmlichen Art jedoch nach wie vor unerreicht. Dieses original Salzburger Adventsingen feierte 2006 sein 60-jähriges Bestehen und gehört in Salzburg neben den Sommer- und Osterfestspielen zu den wichtigsten kulturellen Ereignissen der weltberühmten Stadt.

Adventsingen mit Tobi Reiser

Tobi Reiser, begnadeter Musikant, Sänger und Heimatpfleger versammelt im Dezember 1946 erstmals Freunde und Bekannte zu einem gemeinsamen adventlichen Singen und Musizieren. An die 40 Zuhörer haben sich in den ungeheizten Räumen des Gemeinschafterheims zusammengefunden, um den Liedern und Weisen von Tobi Reiser und seinen Freunden zu lauschen. Der Zuhörerkreis wird rasch größer. 1950 findet die erste offizielle Veranstaltung im Kaisersaal der Residenz statt. Doch auch dieser Rahmen kann das begeisterte Publikum bald nicht mehr fassen. Deshalb übersiedelt das Salzburger Adventsingen im Jahr 1952 in die Aula Academica der Universität.

Karl Heinrich Waggerl auf der Bühne

Der Dichter Karl Heinrich Waggerl ist erstmals unter den Spielleuten auf der Bühne. Ein Paar wollener Fäustlinge aus dem Heimatwerk und die unbedingte Zusage, nicht singen oder Zither spielen zu müssen, sichern das Arrangement. Seine heiter-besinnlichen Lesungen begeistern das Publikum durch Jahrzehnte hindurch, wenngleich sie nicht immer gänzlich unumstritten aufgenommen wurden (Geschichte vom „Christkind mit dem Floh im Ohr“). Die in ihrer Art wohl einmalige, von salzburgischen und bayrischen Musikanten, Sängern und Schauspielern getragene Veranstaltung fasziniert mehr und mehr Besucher. 1960 kommt der Augenblick, da der Sprung ins Große Festspielhaus gewagt wird. Spätestens seit dieser Zeit ist das Salzburger Adventsingen, nicht nur die bedeutenste Veranstaltung im Salzburger Advent, sondern eine international bedeutende Institution. Mitte der siebziger Jahre sterben die beiden Protagonisten Tobi Reiser d. Ä. und Karl Heinrich Waggerl.

Das neue Adventsingen

Eine neue Ära beginnt mit Tobias Reiser d. J. Behutsam versucht er eine Weiterentwicklung, einen Brückenschlag von der Tradition zum Zeitgeist. Mit klassisch – modernen Bühnenbildern, eindrucksvoller Lichtregie, volksmusikalisch neu interpretierten Kompositionen und gut durchdachten Texten einsteht eine neue Form des Salzburger Adventsingens, welches alljährlich rund 36 000 Besucher begeistert.